Gammel in Mexiko 2003
Freitag, 2. Mai

Am Morgen wachte ich auf, sah auf die Uhr. Halb sieben. Unzeit. Weiterschlafen. Als ich wueder aufwachte, war es 10. Verschlafen. Kommt vor. "Wieso weckt mich denn niemand?" Ich stand auf, stellte erfreut fest, daß nicht viel zu tun war, außer die Tür des Büros zu Streichen. Das tat ich dann auch. Daß mir dabei die Soße, wie üblich, runterlief, wunderte mich nicht. Ich hab mich schon fast daran gewöhnt. Ich verzichtete resigniert auf die Morgendusche, bringt eh nichts, reine Zeitverschwendung, hilft nichts. Das einzige, was hilft, ist eine Scheibe und ein Schloß, damit ich hier endlich abhauen kann. Doch davon keine Spur. Ich ging dann ins Internet-Café, schloß den LapTop ans Netz und sah den Posteingang durch, ob da was erfreuliches dabeiwar, aber der gab mir nur den Rest. Der Tag war gelaufen, ich ging zurück zum Hotel.
Bißchen weitergeschliffen, bißchen Matratzen rumgetragen, dann wollte ich Eikka besuchen, doch der war nicht da. Hauptsache war aber, daß die Klima lief. Ich stellte mich davor und "lud die Batterie". Da fiel mir auf dem Rückweg ein, daß ich in der Schreinerei neben dem Blue Parrot nachfragen könnte, ob die mir vielleicht eine Schleifmaschine leihen oder vermieten könnten. Sie hatten keine. Als ich mich umdrehte und gerade gehen wollte, stand eine kleine, häßliche Mexikanerin mit blondgefärbten Haaren hinter mir. "Was willst Du hier?" Was sollte das denn? "Guten Tag, sagt man bei uns erstmal. Ich hab hier nur nachgefragt, ob es vielleicht eine Schleifmaschine gibt." "Nein, gibt es nicht." "Ja, das hat mir der freundliche Herr gerade eben gesagt." "Außerdem darfst Du nicht in die Werkstätten des Hotels gehen und mit dem Personal reden, sondern Du mußt erst zur Leitung gehen." Mein Gott... da dünkt doch jedes Mönchlein, ein Papst zu sein. Ja, doch, Frollein, ich werd mich in Zukunft an die Regierung wenden. "Wiedersehn", ich ging raus, bevor ich der Alten noch Manieren beibringen mußte. Ich fragte im Eclipse nach, das war die Frau vom Chef des Blue Parrot. Das war die, vor der mich Eikka am Vortag gewarnt hatte:
"Be carefull with that bitch."
"Which bitch?"
"The one who has been here before. She's the owner. She asked about you." Die Gosch verziehend: "She said: 'Who is this guy, who visits you every day? He looks so suspicious.' I said 'He has been on the road for three years, that's the way you look after that', then she said 'How did he get the money to travel three years?'"
"Which money was she talking about. I never knew I had some..."
So eine blöde Sau.
Peter mußte nach Cancún, er ließ mir den Roller da, damit ich mir für die Rezeption einen Schüssel nachmachen lassen konnte, denn am Vortag waren potentielle Gäste dagewesen, die ich aber mangels Schlüssel nicht unterbringen konnte. Ich wollte den Benz nicht bewegen. Das hätte mir und ihm zwar ganz gut getan, aber der erstklassige Parkplatz, genau vor der Rezeption, Schatten ganztags, wäre dann weggewesen. So pehste ich halt mit dem Roller durch die Gegend. Ich fuhr beim Elektriker vorbei, er stellte fest, daß ich immer noch seine Kabel hatte, also kaufte ich sie ihm, nach Verhandlungen, für 10 Dollar ab. Das passt schon, waren wie neu.
Spannend, was? Und was tat ich abends? Natürlich wieder vor der Rezeption Buchstaben in den LapTop eingeben. Das zwar bei schöner Aussicht, aber nur optisch, denn die Aussicht, noch eine Woche hier abzuhängen mißfiel mir.

Die Aussicht von meinem "Arbeitsplatz" aus.

 


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