Südamerikatour 2001
Freitag, 27. Juli

Nach einer sehr, sehr, sehr, sehr kalten Nacht mal wieder um 8:00 Uhr wach gewesen.

S 25░43,241' / W 54░27,850'
Frühstück.

Flux einen Karamelnesquik (warum gibt's den in Deutschland nicht???) gefrühstückt und zum Iguazu Nationalpark (ca. 10 km entfernt) gefahren, in dem es sehr große bzw. vielleicht sogar die größten Wasserfälle überhaupt zu sehen gibt. Nachdem wir 9 US$ Eintritt gezahlt hatten und das Auto auf dem Parkplatz stehen lassen mußten, durften wir erstmal ca. 1 Stunde in der Eiseskälte warten bis wir mit einer Bummelbahn ca. 10 Minuten lang durch eine relativ unattraktive Landschaft zu... einer Bushaltestelle!? fahren konnten... toll! Dort angekommen kurz auf den Bus warten!!! und dann mit dem Bus zu... einer Bootsanlegestelle!?, an der bereits Milliarden von Leuten darauf warteten, in ca. acht Boote steigen zu können, die für jeweils ca. 15 Leute ausgelegt waren... Naja, als ob das Warten in der Kälte nicht schon alleine schlimm genug gewesen wäre, standen direkt hinter uns in der Warteschlange auch noch deutsche Touris der übelsten Sorte, die sich ständig über ihr Geld, das sie in ihren Unterhosen versteckt hatten, über wahnsinnig tolle Pflanzen hier aus denen man super Musikinstrumente bauen könnte (die Ökofront greift an), über vermeintliche Piranhas, die es im Fluß gäbe, unterhielten und dazu noch darüber spekulierten, was wohl geschähe, wenn so einem Boot wohl das Öl ausginge... Wahnsinn! But well, we survived it... Nach ca. 45 Minuten hatten auch wir es geschafft ein Boot zu entern, von dem wir zu einer Aussichtsplattform gebracht wurden. Hier wurde man dann auch tatsächlich für die ganze Warterei, die Kälte und alles weitere mehr als angemessen entschädigt. Die Wasserfälle sind einfach nur WOW!!! Es macht wohl wenig Sinn hier etwas über Größe, Höhe oder Wassermassen zu schreiben, da das wirkliche Bild, das sich uns hier geboten hat, wohl kaum hinreichend beschreiben lässt. Ähnlich verhält es sich auch mit den Eindrücken die wir auf einem anschließenden Rundgang durch den Nationalpark noch sammeln konnten. Alles in allem ein geiler Tag mit gigantischem Naturspektakel.

Bilder vom Park:
Blick von der Bootsanlegestelle
Blick vom Boot
Tucanos

Recht weit fahren wollten wir an diesem Tag nicht mehr, was zum einen daran lag, daß wir den Nationalpark erst gegen 18:00 Uhr verlassen haben und daß sich zudem irgendeine Schraube im Kompressor der Klimaanlage des Benz gelockert hatte und sich nicht ganz so schnell wieder anziehen lassen wollte wie zunächst vermutet.

Während ich also die Schraube des Klimakompressors vergeblich festzudrehen versuchte, bereitete Gabi das Abendmahl.

Die Aufgaben sind klar verteilt. Frisch ans Werk.

Es wurde langsam dunkel und warm war es tagsüber schon nicht gewesen. Aber besser zu kalt als zu warm. Die Kälte hält uns wenigstens das Ungeziefer vom Hals. Wie zu erwarten war, war Gabi bei der Erfüllung ihrer Aufgabe erfolgreicher als ich bei meiner, anders ausgedrückt: Als das Essen fertig war, war die Scharaube immer noch locker. Da half auch kein Eindreschen mit der Brechstange auf den Kompressor nicht, außerdem ist das in gewisser Weise kontraproduktiv, weil einem dabei der Apettit vergehen könnte und das Kochen dann auch umsonst war.
Irgendwann wollte der Park zumachen und Licht war auch keines mehr da, also zogen wir Leine, doch das Problem mit dem scheppernden Kompressor blieb vorerst ungelöst.
Ich fuhr dann irgendwann an einer Tankstelle raus und beschloss, Nägel mit Köpfen zu machen: Die anderen Schrauben alle lockern, den Störenfried ersetzen und ihn anchließend bestialisch töten, dann alles wieder festziehen und weiter. Die Zeit spielt dabei keine Rolle.

Dieses Problem war dann so gegen 21:00 Uhr gelöst und wir konnten doch noch ein Stückchen fahren, nämlich genau 125 km.


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