Gammel in Mexiko 2003
Dienstag, 3. Juni

In der Früh kam ich zum Bedienen in das Restaurant. Alles voller Schwaben. Später kamen auch noch Kirstin und ihre Freundin dazu. Sie sollten Mittags abgeholt werden, um nach Cancún an den Flughafen gebracht zu werden. Ihnen gab ich noch einen Brief mit, damit sichergestellt ist, daß er auch ankommt. Die beiden waren Pilotinnen bei Lufthansa, ich hatte sie vor einigen Tage mal gefragt, was das eigentlich soll, daß sie einerseits den Flugverkehr sicherer machen wollen, andererseits Pilotinnen ausbilden. Aber sie schienen mir nicht die typischen hysterischen Hühner zu sein, die man sich als normaldenkender Mensch nun mal vorstellt, sondern sie machten beide einen sehr sympathischen und ruhigen Eindruck. Als sie in den Van einstiegen und auf Nimmerwiedersehen verschwanden, fragte ich mich wieder, was ich eigentlich immer noch hier in dieser verdammten Waschküche mache.

Die letzte Mahlzeit.

Nachmittags kam José mit Lourdes vorbei. Er hatte eine Straßenkarte von Mexiko dabei und ich nahm sie unter die Lupe. "Wie sollen wir fahren?", fragten wir einander. "Mir ist es gleich, such Du was aus", antworteten wir uns daraufhin. Wir waren uns zwar einig, jedoch hinterher genauso schlau wie vorher. Einige waren wir auch dahingehend, daß wir keinesfalls die Fähre von Mazatlán nach La Paz nehmen würden, wenn wir das Geld dafür nicht auf dem Weg irgendwie aufstellen konnten. Dieses Land ist riesiger als ich dachte, die kürzeste Strecke in die USA beträgt über 2000 km. Lourdes, die einzige von uns, die Geld übrig hatte, lud uns zum Essen ein. Nachdem wir fertig waren kam eine Mangoverkäuferin vorbei, ihr Spanisch verstand ich nicht besonders gut, ihre Muttersprache war Maya, sie war wohl aus irgendeinem vergessenen Dorf irgendwo im Dschungel. José kaufte ihr für zwei Dollar zwei Mangos ab. "Alter spinnst Du? Die gibt es umsonst an jedem Mangobaum, zwei Dollar... wenn Du geld zu verschenken hast gib es mir, wenn nicht, dann geht so ein Mist von unserem Diesel weg." Er mußte das tun, weil die ihm so Leid getan hat. "Ja, gut, aber warum hilfst Du ihr und dem dort hinten nicht? Und ob Du ihr damit überhaupt geholfen hast, das bleibe dahingestellt. Morgen ist sie immer noch auf der Straße unterwegs und verkauft Mangos und sicher wird sie wieder einen blöden finden, der sie ihr abkauft, aber weiter..?"
Abends kam Rosanna aus New York vorbei. Andrej war am Arbeiten und wir tranken Bier und unterhielten uns. Später kam noch Andrej vorbei. Er wollte weg, sie wollten eigentlich vorgestern schon gefahren sein, aber auch sie scheinen festzuhängen. Playa del Carmen ist eine in jeder Beziehung klebrige Gegend.


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