19. bis 25. Oktober 2003

Diese Woche mußte endlich in Sachen Aufenthalt hingeklotzt werden. Besuch beim Anwalt. Erstmal 180 Dollar loswerden. Aber hinterher hatte ich den Eindruck, schlauer zu sein. Das Gefühl gibt einem ein Anwalt imemr und Anwälte sind grundsätzlich etwas, dem man mit Mißtrauen begegnet. Zumindest geht es mir so. Er legte mir einen Plan zurecht. Ihm sei seit 1984 noch kein Visum verweigert worden. Das klingt gut, aber nachprüfen kann ich das nun mal nicht. Tausende von Dollars wird das kosten, egal ob es klappt oder nicht. Die Versuchung ist natürlich groß, den Weg zu wählen, den auch die Angehörigen der Fufu-Länder wählen. Einfach hier bleiben, who cares? Aber so wollen wir gar nicht anfangen. In der Vorbereitung liegt das Erfolgsrezept. Nun wird es ernst, nun geht der Kampf los. Und es ist nicht übertrieben, wenngleich es keine Mission Impossible ist. Und schon wieder gilt: It's up to you. Einerseits beruhigend, denn man hat es selbst in der Hand, andererseits wird es Nerven kosten und nicht zu knapp, denn Mißerfolg kommt einem teuer zu stehen. Danach in halber Nacht noch zu Home-Depot und wie ein Kranker den Benz mit Baumaterial überladen, während man die vielen Mexikaner, die sich die Füße plattstehen abwimmelt, selbst allerdings seine Visitenkarten an die verteilt, die etwas wichtiger aussehen und nachfragen, was man so macht...
Völlig ausgelaugt läuft man dann im Roten Löwen ein zu seiner Lieblingsbedienung und bringt ihr bei, wie man eine Kirschgoiß anmixt.

Nach dem Kampfe geht das ganze Regiment
Ins Quartier, in nächste Dorfhauselement
Und beim Wirte, das Geflirte
Mit den Madeln und des Wirtes Töchterlein...

Eigentlich müßte man tausend Sachen erledigen, andererseits ist man 12 Stunden am Tag damit beschäftigt, daß auch das dafür nötige "Kapital" vorhanden ist. Der Tag müßte 48 Stunden haben und das wäre immer noch knapp. Ich holte mir bei meinem alten Herrn den Segen ab, den letzten Versuch zu starten, etwas Vernünftiges anzufangen. Wenn es hier nicht klappt, klappt es nirgendwo, dann geh ich nach Deutschland zurück und leg mich in die soziale Hängematte. Seine Antwort war positiv, die Bemerkung, es gäbe in Deutschland keine soziale Hängematte mehr gab es gratis dazu. Vogel, friß oder stirb...
Darum wird sich in den nächsten Monaten alles drehen. Per aspera ad astra, so steht es auf irgendeiner der Banknoten hier. Tough times don't last, tough people do, wie Frank sagte. Nun wird sich's zeigen.


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