Panamericana-Tour 2002
vom 26. Juli bis 16. Oktober

Das hier hätte fast mein erster Onlinebericht werden können. Wenn nicht auf der letzten Fahrt nach Rio der Laptop verreckt wäre und wenn ich eine Digitalcamera hätte. Es kam natürlich, wie es kommen mußte: Zwei Jahre war ich hier auf dem Kontinent, voller Pläne und Vorsätzen. Eigentlich wollte ich das Haus in Ordnung bringen, wollte die Wände streichen, wollte... wollte... wollte... In der Praxis sah es aber so aus: "Verschiebe stets auf morgen, was Du heute sollst besorgen." Das ist meine ganz persönliche Lebenslüge. Aber ich bin ganz zufrieden damit.
Jedenfalls sah es so aus, daß buchstäblich alles was zu erledigen war auf den letzten Tag aufgeschoben wurde. Am Vortag hatte ich noch 45.000 Liter Wasser herbestellt und in den Pool kippen lassen. Nach einer Nacht war er wieder leer. Nun wußte ich wenigstens ganz sicher, daß der Pool ein Leck hat und wo. Diese Erkenntnis hätte mich sicher vor einiger Zeit weitergebracht, aber einen Tag vor der Abfahrt ist das nur noch als klassisch nutzloses Wissen zu verzeichnen.
Ich hatte es auch noch geschafft, einen Maurer herzubestellen, aber das war's auch schon. Arbeiten hab ich ihn nie gesehen, er wollte erst einen Tag nach meiner Abfahrt vorbeikommen. Es blieb alles angefangen liegen und die liebe Ingrid darf sich darum kümmern. So wird aber wenigstens irgendwann etwas daraus...
Des weiteren schaffte ich es auch noch, bei eBay einen LapTop zu erstehen, sponsored by Daddy. Den sollte die Gabi mitbringen, wenn sie nach Lima kommt. Ich rief bei meiner Schwester an und sagte, sie solle dem Typen das Geld überweisen, damit das Teil auch ja noch rechtzeitig eintrifft, denn viel Zeit war nicht mehr, das Flugzeug ging am 4. August, es war keine 10 Tage mehr hin, aber es konnte diesbezüglich nicht mehr viel schiefgehen.

Catarina Navigator bis Ende August
Besold Fahrer
Gabi Ersatznavigator bis Fahrtende

Kilometerstand bei Abfahrt: 737.479 km

 1. Woche  26. Juli bis 1. August:
Start in Campinas / Brasilien. Fahrt durch Argentinien, Andenüberquerung bis nördlich von Vallenar / Chile.
 2. Woche  2. bis 8. August:
Von nördlich Vallenar nach Lima / Peru, Gabi aufnehmen, zurück über die Anden bis Cuszco / Peru.
 3. Woche  9. bis 15. August:
Von Machu-Pichu zurück auf die PanAm und Vorstoß in den Norden Perus.
 4. Woche  16. bis 22. August:
Grenzüberquerung Equador, Guayaquil, Kampf um Verschiffung beginnt. Nach Quito, Catarina fliegt zurück nach Brasilien, zurück nach Guayaquil, Kampf um Verschiffung gewinnt an Heftigkeit.
 5. Woche 

23. bis 29. August:
Von Guayakil nach Manta, Kampf um Schiff aussichtslos, Rückzug nach Kolumbien beschlossen, über Quito nach Kolumbien hinein über die Anden bis nördlich von Medellin.

 6. Woche  30. August bis 5. September:
Ankunft in Cartagena / Kolumbien. Almut fehlt hier. Rückzug über das Wochenende nach Sta. Marta. Zurück nach Cartagena über Barranquilla. Gefechtsstand im "Hotel" Viena eingerichtet.
 7. Woche  6. bis 12. September:
Erneut nach hinter Sta. Marta zurückgezogen, Verschiffung des Fahrzeugs organisiert und anschließend überwacht. Gleichzeitig versucht, unsere Verschiffung klarzumachen, Hafen infiltrieren.
 8. Woche  13. bis 19. September:
Auto auf den Weg gebracht, nach dem scheitern aller Versuche, per Schiff nach Panama zu gelangen, den Flug organisiert. Übersetzen nach Panama, versuch, das Auto noch vor dem Wochenende aus dem Container zu befreien. Kampf gegen zentralamerinische Bürokratie mit völlig unzureichenden Mitteln an Mensch und Material.
 9. Woche  20. bis 26. September:
Gammeltour durch Costa Rica, Einreise nach Nicaragua.
 10. Woche  27. September bis 3. Oktober:
Durchbruch durch Nicaragua und Honduras. Wir umgehen El Salvador, brechen hinein nach Guatemala, durchqueren Belize an einem halben Tag und erreichen Mexiko.
 11. Woche  4. bis 10. Oktober:
Gammeln in Playa, keine besonderen Vorkommnisse. Stellplatz für das Auto gesucht. Das hat man von der Hetzerei.
 12. Woche  11. bis 16. Oktober:
Billanz gezogen. Der spannendste Teil der Reise beginnt: Unbemerktes Eindringen in die Bundesrepublik Deutschland. Verdammt eng...

 


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© by Markus Besold